Das Projekt „Baumsaatverfahren“ entwickelt eine neuartige Methode, um aus Fruchttrester – dem bei der Verarbeitung von vor allem Äpfeln und Birnen anfallenden Nebenprodukt – ein hochwertiges Verbund-Saatgut für die Direktsaat von Obstbäumen zu erzeugen. Ziel ist es, mit geringem Kosten- und Arbeitsaufwand klimaresiliente, tiefwurzelnde und genetisch vielfältige Obstbaum- und Gehölzstrukturen direkt auf landwirtschaftlichen Flächen zu etablieren.
Hierzu wird der Trester so aufbereitet, dass Samen, organische Substanz und gegebenenfalls Biostimulanzien wie Mykorrhiza-Pilze oder nützliche Mikroorganismen kombiniert werden und optimale Keim- und Etablierungsbedingungen für junge Bäume schaffen. Parallel dazu werden technische Verfahren und Maschinen zur großflächigen, präzisen und ressourcenschonenden Ausbringung des aufbereiteten Tresters erprobt und weiterentwickelt.
Die so entstehenden Baumstrukturen leisten einen Beitrag zum Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung, verbessern Bodenstruktur und Wasserspeichervermögen und fördern Biodiversität in der Agrarlandschaft. Gleichzeitig eröffnen sie neue Nutzungsperspektiven – von Agroforst- und silvopastoralen Systemen bis hin zu extensiven Obst- und Wildobstflächen – und schaffen zusätzliche Wertschöpfung für landwirtschaftliche Betriebe, Kommunen und andere Flächeneigentümer.
Projekttitel: Baumsaatverfahren Praxisprojekt
Fördergeber: Bayrisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
Projektlaufzeit: 01.02.2026 - 31.01.2029
Projektleitung: Ammersee Obstbau GmbH