Pflanzen aus Pflanzpatronen

Pflanzen aus Pflanzpatronen oder Air-Pruning-Töpfen sind ideal, um Drehwuchs zu vermeiden. Das Air-Pruning-Verfahren optimiert das Wurzelsystem von Keimlingen und Jungpflanzen, indem es die natürliche Reaktion der Wurzeln auf Luft nutzt.

Air-Pruning-Töpfe verfügen über Öffnungen in den Seitenwänden, während Pflanzpatronen aus einem biologisch abbaubaren Netz bestehen. Sobald die Wurzeln mit Luft in Kontakt kommen, trocknen die Spitzen leicht an, wodurch das weitere Längenwachstum stoppt. Gleichzeitig regt dieser Prozess die Bildung zahlreicher Seitenwurzeln an. Das Ergebnis ist ein dichteres und kräftigeres Wurzelsystem ohne Drehwuchs der Fein- oder Pfahlwurzeln.

Die Sämlinge werden entsprechend ihres natürlichen Wuchsimpulses gepflanzt. Dies geschieht bereits 3 - 4 Monate nach der Keimung. Werden sie in diesem jungen Stadium an ihren Zielort (vergesellschaftet mit Begleitpflanzen) gepflanzt, dann verwenden sie ihre Assimilate (Stoffe aus dem Stoff- und Energiewechsel der Pflanzen) für den Aufbau ihres Wurzelsystems. Schauen wir uns bspw. Apfelsämlinge an, dann bilden diese bei ungestörtem Wachstum die 3 - 5 fache Wurzellänge des oberirdischen Triebs aus. 

Nach der Pflanzung an den endgültigen Standort wachsen die leicht angetrockneten Wurzeln problemlos weiter. Besonders Arten mit ausgeprägter Pfahlwurzel – wie Esskastanie (Castanea sativa) oder Walnuss (Juglans regia) – profitieren davon, da sie empfindlich auf Wurzelrückschnitte reagieren. Botanik Weißenburg hat eine spezielle Pflanzpatrone entwickelt. Sie besteht aus einem Wolle-Hanf-Gemisch und ist damit vollständig biologisch abbaubar. Im vorliegenden Projekt werdend die gesammelten Apfel- und Birnensamen von Botanik Weißenburg aufgezogen und in Affolter gepflanzt.