Streuobstwiesen sind ökologisch wertvoll, aber durch mangelnde Pflege und den Klimawandel (Hitze, Dürre, Schädlinge) massiv bedroht. Da es dem modernen Streuobstbau im Gegensatz zur Forstwissenschaft an langfristiger Forschung und institutioneller Unterstützung fehlt, soll künftig forstliches Know-how genutzt werden. Ziel ist es, bewährte Strategien der Forstwirtschaft – wie Risikomanagement und adaptive Pflege – auf Obstbäume zu übertragen, um diese resilienter gegenüber klimatischen Veränderungen zu machen.

Diese Veröffentlichung von Michael Schlitt und Janet Maringer untersucht, wie bewährte Strategien der Forstwissenschaft zur Rettung gefährdeter Streuobstwiesen beitragen können. Angesichts des Klimawandels und schwindender Pflegekapazitäten plädieren die Autoren dafür, forstliche Prinzipien wie Strukturvielfalt, Multifunktionalität und Risikominimierung durch Artenreichtum auf den Obstbau zu übertragen. Das Werk betont die Bedeutung standortgerechter Baumarten und robuster Unterlagen, um die ökologische Resilienz langlebiger Gehölzsysteme langfristig zu sichern. Dabei wird Totholz nicht als Mangel, sondern als wertvolle Ressource für die Biodiversität innerhalb eines dynamischen Ökosystems definiert. Ziel ist ein systematischer Wissensaustausch, der die Anpassungsfähigkeit traditioneller Kulturlandschaften durch adaptives Management erhöht. Diese Impulse sollen Bewirtschaftern und Fördermittelgebern helfen, Streuobstbestände als zukunftsfähige, multifunktionale Lebensräume zu erhalten.

hier kann man das pdf herunterladen