Im Projekt arbeiten wir eng mit sechs Baumschulen zusammen, die unterschiedliche Sämlingsunterlagen verschiedener Sorten aufziehen. Es handelt um Saatgut von (sehr) starkwüchsigen, alten und robusten Sorten, die im Sepp-App-Forschungsprojekt im Herbst 2025 von ausgewählten Mutterbäumen Saatgut gesammelt wurden. Sie benötigen dementsprechend Platz. Alle Sämlinge sind unveredelt. Bei der Pflanzung junger und einjähriger Sämlinge wachsen diese in der Regel einfacher an, und können sich epigenetisch besser an den Standort anpassen. Sie werden oft erst nach der Etablierung vor Ort veredelt. Die Preise pro Sämling variieren je nach Aufzuchtssystem (Air-Pruning, Netzlinge (Pflanzpatronen), konventioneller oder biologischer Anbau).
Ein Video vom Online Treffen der Wurzel-AG vom 18.9. zum ganzen Thema Sämlinge ist hier zu finden.
Die Sämlinge sind zwischen 0,40 bis 1,2 m hoch. Ein Teil ist zur Winterhandveredelung geeignet. Kleinere können evtl. bei gutem Wuchs schon im Sommer 2027 okuliert, besser aber im folgenden Frühjahr veredelt werden. Es gibt von manchen (präziser: jeder Sämling ist ein Zufallssämling) sehr viele, von manchen nur wenige Exemplare. Falls eine gewünschte Sorte vergriffen ist, erlauben sich die Baumschulen auf ähnliche Sorten zurückzugreifen solange der Vorrat reicht.
Abgegeben werden diese Sämlinge nur an Mitglieder der Wurzel-AG des Pomologenvereins im Rahmen eines vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg finanzierten Forschungsprojekts. Nach der Pflanzung sollen die Jungbäume in die Sepp-App eingetragen werden.
In den Folgejahren sollen dann jährlich von den BesitzerInnen die Zuwächse und weitere Beobachtungen eingetragen werden. Ziel ist es mit diesem Citizen Science Ansatz nach Jahren beurteilen zu können, welche Unterlagen sich am besten eignen.
Solche Versuche werden aus Kostengründen NIE in staatlichen Versuchsanstalten durchgeführt werden können. Wem der Erhalt der Streuobstwiesen für die Zukunft wichtig ist, wird diesen Ansatz nachvollziehen können und kann sich nach den jeweiligen Möglichkeiten bei diesem Citizen-Science-Forschungsprojekt beteiligen.
In der folgenden Tabelle sind die Sorten der Mutterbäume zusammengestellt. Klicken Sie auf den Sortennamen, um eine kurze Beschreibung zu erhalten.
Wichtig: Um eine möglichst hohe genetische und unterirdische Vielfalt zu fördern, empfehlen wir, an einem Standort mehrere verschiedene Unterlagen zu testen. Langfristige Erfahrungen mit den genannten Sämlingsunterlagen (Ausnahme Bittenfelder und Kirchensaller Mostbirne) liegen z.T. nur aus historischer Literatur vor. Für die meisten Unterlagen gibt es jedoch keine langfristigen wissenschaftlichen Untersuchungen.
Bei der Pflanzung müssen die standörtlichen Ansprüche der jeweiligen Obstgehölze an Boden, Klima und Lage berücksichtigt werden. Nicht geeignet sind stark lehmige oder steinige Böden, Moorstandorte sowie Flächen mit einem Grundwasserstand oberhalb von 70 cm. Ebenfalls nachteilig sind verdichtete Schichten im Unterboden, da sie das Wurzelwachstum stark einschränken.
Unterschiedliche „Sorten“, nach klassischer Methode im Saatbeet angezogen. Nähere Infos findet ihr hier.
Auf der Homepage gibt es weitere Infos. Anfrage bitte per Mail an Roman Eisenring unter pirum-radix@gmx.info.
Die einjährigen Sämlinge (0,4-1,2 m) werden in Gruppen in Baumschulkisten nach der Airpruning-Methode angezogen, die Wurzeln sind unverletzt. Das Pflanzgut ist dieses Jahr noch konventionell. Es gibt viele Sorten, aber jeweils nur eine geringe Anzahl. Versand nach Blattfall voraussichtlich ab KW 47. Vorbestellungen hier.
Die einjährigen Sämlinge (~0,4-0,6 m) werden (s.o.) in Gruppen in Baumschulkisten nach der Airpruning-Methode angezogen, die Wurzeln sind unverletzt. Es gibt viele Sorten, aber jeweils nur eine geringe Anzahl. Abholung (evt. auch Versand) nach Blattfall voraussichtlich ab KW 47. Kontakt/Vorbestellungen unter: jo.hommel.to@gmail.com
Hier gibt es noch ganz wenige einjährigen Sämlinge gezogen in Airpots. Anfragen nach Restbeständen an: info@schmid-baumpflege.de
6-8-wöchige Jungpflanzen in Netzlingen, die für Affolterpflanzungen verwendet werden sind wieder ab Mai/Juni 2027 verfügbar. Wichtig: Affolterpflanzstellen unbedingt JETZT beginnen im Herbst vorzubereiten. Parallel dazu Vorbestellungen der Jungpflanzen bei Gerd Meyer unter: g.meyer@botanik-weissenburg.de
| Sortenname | Pflanzpatronen | Air-Pruning + Bioware | klassisch einjährige Sämlinge | Air-Pruning |
|---|---|---|---|---|
| Apfelbirne |
| x | x |
|
| Blutbirne Stall |
| x | x |
|
| Champagner Bratbirne |
| x |
|
|
| Deutsche Nationalbegamotte |
| x |
|
|
| Eulenbergbirne |
| x |
|
|
| Gelbe uralte Tafelbirne |
| X |
|
|
| Gellerts Butterbirne | x | x | x | x |
| Goldschmeckler K28 |
| x |
|
|
| Grüne Jagdbirne |
|
|
|
|
| Hasenbirne | x |
| x |
|
| Jeremias Runde |
| x | x |
|
| Karcherbirne |
|
|
|
|
| Kieffers Sämling Ernst |
| x |
| x |
| Kieffers Sämling Roman |
|
|
|
|
| Kirchensaller |
| x |
| x |
| Kirgizskaja Zimnaja |
|
|
|
|
| Knausbirne |
| x | x |
|
| Köstliche von Charneux |
|
|
|
|
| Masselbacher Mostbirne | x | x | x | x |
| Nashi-Birne |
| x |
|
|
| Neue Poiteau |
| x |
|
|
| Normännische Ciderbirne |
| x |
| x |
| Oberösterreichische Weinbirne |
| x |
|
|
| Österreichische Wasserbirne |
| x | x |
|
| Ottenbacher Schellerbirne |
|
|
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|
| Pastorenbirne |
|
|
|
|
| Pöllauer Hirschbirne |
|
|
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| Prevorster Bratbirne |
| x | x | x |
| Schweizer Bratbirne |
| x |
| x |
| Sommerblutbirne (HJ Bannier) |
| x |
| x |
| Spiegelberger Würfelbirne |
| x |
|
|
| Stuttgarter Geisshirtle |
| x | x |
|
| Träublesbirne |
| x |
|
|
| Truselbirne |
| x |
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| Wildbirne Nr. 72 |
| x |
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| Wilde Eierbirne |
| x |
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|
| Wildling von Einsiedel Heim | x |
| x |
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| Wolfsbirne |
| x |
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