Im Projekt arbeiten wir eng mit fünf Baumschulen zusammen, die unterschiedliche Sämlingsunterlagen verschiedener Sorten aufziehen. Es handelt um Saatgut von (sehr) starkwüchsigen, alten und robusten Sorten. Sie benötigen dementsprechend Platz. Die Preise pro Sämling variieren je nach Aufzuchtssystem (Air-Pruning, Netzlinge (Pflanzpatronen), konventioneller oder biologischer Anbau). Alle Sämlinge sind unveredelt.
In der folgenden Tabelle sind die Sorten der Mutterbäume zusammengestellt. Jene in Pflanzpatronen können von Mitte Mai bis Ende Juni 2026 bestellbar sein, alle anderen ab Ende Oktober bis Ende November 2026. Klicken Sie auf den Sortennamen, um eine kurze Beschreibung zu erhalten.
Wichtig: Damit Sie langfristig wissen, welche Unterlagen gut für Ihren Standort geeignet sind, verwenden Sie die Sepp-App. Mit dieser können Sie den Baum geographisch verorten und den jährlichen Zuwachs, je nach Unterlage erfassen. Ihre Daten sind nur von Ihnen einsehbar und werden am Ende des Projektes anonymisiert ausgewertet. Das hilft Ihnen und langfristig auch der ganzen Streuobst-Gemeinschaft.
Um eine möglichst hohe genetische und unterirdische Vielfalt zu fördern, empfehlen wir, an einem Standort mehrere verschiedene Unterlagen zu testen. Langfristige Erfahrungen mit den genannten Sämlingsunterlagen (Ausnahme Bittenfelder und Kirchensaller Mostbirne) liegen z.T. nur aus historischer Literatur vor. Für die meisten Unterlagen gibt es jedoch keine langfristigen wissenschaftlichen Untersuchungen.
Bei der Pflanzung müssen die standörtlichen Ansprüche der jeweiligen Obstgehölze an Boden, Klima und Lage berücksichtigt werden. Nicht geeignet sind stark lehmige oder steinige Böden, Moorstandorte sowie Flächen mit einem Grundwasserstand oberhalb von 70 cm. Ebenfalls nachteilig sind verdichtete Schichten im Unterboden, da sie das Wurzelwachstum stark einschränken.
Bitte teilen Sie uns Stückzahl (je Sorte) und Ihre Telefonnummer mit.
| Sortenname | Pflanzpatronen |
|---|---|
| Gellerts Butterbirne | x |
| Hasenbirne | x |
| Masselbacher Mostbirne | x |
| Wildling von Einsiedel Heim | x |
| Sortenname | Pflanzpatronen |
|---|---|
| Falsche Schafsnase | x |
| Heslacher Luiken | x |
| Landsberger Renette Weiler | x |
| Urluiken | x |
| Weißer Wintertaffetapfel | x |
Für die Erhaltung der Sortenechtheit und zur Gewährleistung des Gesundheitszustands von Pflanzmaterial von Obstgehölzen gibt es innerhalb der der EU umfangreiche rechtliche Regelungen und hier insbesondere der Artikel 24 „Anforderungen an CAC-Material im Falle von Unterlagen, die keiner Sorte angehören“.
Die Regelung für vegetatives Vermehrungsmaterial (Reiser etc.) ist sinnvoller Weise sehr streng. Generative Vermehrung - hier die Aussaat von Apfel- und Birnensamen mit dem Ziel Unterlagen zu gewinnen (bisher z.B. Bittenfelder Sämling und Kirchensaller Mostbirne etc) – ist etwas einfacher. Der Hintergrund ist zum einen, dass es - bisher - keine Nachweise zur pollenbürtigen Übertragung von nachweislich schädlichen Viren bei Birnen und Äpfeln gibt. Somit ist solches Saatgut „virusfrei“ und kann ausgesät werden. Bei gewerblichem Inverkehrbringen der Jungpflanzen mit Pflanzenpass muss wie üblich der amtliche Pflanzenschutzdienst eine Pflanzenbeschau durchführen. Zum anderen kann bei generativer Vermehrung die Echtheit der Sorte zwangsläufig nicht nachgewiesen werden, sondern die Bezeichnung lautet dann immer „Sämling von…“. Wichtig ist es immer die Herkunft des/der Mutterbäume eindeutig zu dokumentieren.