Bereits vor mehr als 150 Jahren beschäftigten die Obstbaumzüchter sich mit der Vermehrung von Apfel und Birnen aus Stecklingen. Dies war eigentlich nur bei einigen schwachwachsenden Unterlagen möglich. In den Pomologischen Zeitschriften Deutschlands und Österreich erschienen Berichte über zwei sehr außergewöhnliche Apfelsorten.
Ein französischer Gärtner machte darauf aufmerksam, dass zwei Lokalsorten von der Insel Ré bei La Rochelle sich über Stecklinge vermehren ließen und zu starken, großen Bäumen heranwachsen. Es handelt sich um die Sorten Sabarot und Étienne Pioux. Sogar auf der Insel Ré sind die beiden Sorten nur auf einige Gemeinden beschränkt, aber von hier ist folgendes bekannt:
Beide Sorten, so heisst es, brauchen nicht regelmäßig gepflegt werden, trotzdem tragen sie jährlich reichlich Früchte. "Dass diese beiden Apfelsorten ungemein kräftigen Wuchses sind, zeigt schon ihre Ausdauer an den Standorten, wo sie fortwährend den heftigen Seewinden ausgesetzt sind."
In Bezug auf die Vermehrung steht folgendes geschrieben:
Die Apfelsorten werden niemals veredelt, man vervielfältigt sie durch abgesplissene Zweige, durch äussere und innere Wurzelausschläge, indem man den Boden um sie herum auflockert und anhäufelt. Abgesplissene Zweige werden sofort in ein mit dem Pflanzenden gestoßenes Loch gesteckt; genau dort wo der künftige Baum stehen soll. Dann werden die Stecklinge sich selbst überlassen und wachsen binnen weniger Jahre zu prachtvollen Bäumen.
Quelle: https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=uc1.c2715330&seq=250&q1=Unterlage Seite 237/ 238